04. March 2018 - 9:00 till 12:00
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Winterthur stimmt NEIN zu NoBillag | Winterthur, Switzerland | Sunday, 04. March 2018

Winterthur stimmt am 4. März 2018 Nein zur "NoBillag"-Initiative.

Die briefliche Stimmabgabe ist bis am Dienstag, 1. März 2018 möglich.

Über die No-Billag-Initiative wird am 4. März 2018 abgestimmt. Sie sieht ein Subventionsverbot für Radio und Fernsehen in der Verfassung vor. Alle Konzessionen von Programmen, die ganz oder teilweise mit Gebühren finanziert werden, werden aufgehoben. Die Abstimmung hat ausserdem direkte Auswirkungen auf Film- und Musikschaffende, Autorinnen und Autoren, Kulturinstitutionen…

6 Gründe für ein Nein zu NoBillag aus Winterthurer Sicht:

Nein zu NoBillag… weil uns die Berichterstattung über die lokale Politik, über Vereinsaktivitäten und kulturelle Anlässe wichtig ist. Bei einer Annahme der Initiative sind Tele Top, Radio Top, Regionaljournal und Radio Stadtfilter bedroht, die je für unterschiedliche Bereiche wichtige Informationsfunktionen übernehmen. Wer berichtet noch über das Opernprojekt eines Schulhauses, über den Schülerband-Wettbewerb oder die Gemeinderatswahlen wenn diese Sender wegfallen? Es gibt keine elektronischen Lokalmedien mehr, sollte NoBillag angenommen werden.

Nein zu NoBillag… weil Radio Stadtfilter mit seinen 80 Sendungen und gegen 200 freiwilligen Sendungsmachenden eine wichtige Ergänzung zu den kommerziellen Radiosendern darstellt. Radio Stadtfilter ermöglicht Programme für ältere Menschen, für verschiedene Kulturkreise, für Kinder und Quartiere. Für Musikklubs, das lokale Kleingewerbe, etliche Openairs und nicht zuletzt die Musikfestwochen ist Radio Stadtfilter eine einzigartige Plattform, die bei einer Annahme verschwinden würde. Wird die NoBillag-Initiative angenommen, fehlen die Mittel, um diesen Betrieb weiterzuführen.

Nein zu NoBillag… weil die Initiative den Internationalen Kurzfilmtagen schadet. Bei einer Annahme der Initiative verlieren die Kurzfilmtage mit der SRG einen wichtigen Partner, welcher sowohl finanziell wie auch mit Fachwissen zum Erfolg des Festivals beiträgt. Generell schadet die Initiative den Filmschaffenden, weil aus den Gebührengeldern auch ein wesentlicher Teil der Mittel stammen, mit denen Filmprojekte unterstützt werden. Winterthur ist zu Recht stolz auf seine Filmszene – der mit NoBillag der Boden unter den Füssen weggezogen wird.

Nein zu NoBillag… weil die Initiative jungen Musikschaffenden eine Plattform nimmt. Bei einer Annahme der Initiative verlieren Musikschaffende wesentliche Plattformen für ihre Musik: SRF 3, Radio Stadtfilter, spielen junge Schweizer Musik zuerst. Bei den Musikfestwochen sind Radio SRF, Tele Top und Radio Stadtfilter wichtige Medienpartner.

Nein zu NoBillag… weil wir gerne auch mal Sport am Radio oder Fernsehen geniessen. Bei einer Annahme der Initiative verlieren viele Sportarten ihre Plattform, um in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Die verschiedensten Sportanlässe werden dann nur noch zu sehen sein, wenn Sie sich durch Werbung und Pay-TV-finanzieren lassen.

Und schliesslich: Es geht in Winterthur bei NoBillag ganz klar darum, unabhängige Medien vor dem Kahlschlag zu schützen. Unabhängige, vielfältige Medien sind für unsere Gesellschaft einer der ganz wichtigen Werte. Man kann immer über den Rahmen diskutieren, den Leistungsauftrag verändern. Ein Verbot von staatlich subventionierten Medien wäre wie ein Verbot von Postautolinien in Bündner Bergtäler, ein Verbot der Zugslinie durchs Tösstal oder auch der Freibäder in Winterthur. Gemeinsam ist allen, dass sie sich nach rein «marktorientierten» Kriterien nicht kostendeckend führen lassen – und daher auf die gemeinsame Finanzierung durch die Gesellschaft angewiesen sind. Und alle davon profitieren.
Comments
  • Ich werde auf jedenfall JA stimmen. An alle die nein stimmen, ihr könnt ja weiterhin freiwillig bezahlen und so die SRG "retten". Ich habe keine Lust weiterhin zu bezahlen. Der Staat zock mir schon genug Geld ab.